Flexklasse der GSP glänzt beim Werkstattunterricht

 

Berufsorientierung wird an der GSP in Schönberg ganz groß geschrieben!

Die dreißig Acht- und Neuntklässler des Schönberger Förderzentrums und der Flexklasse der Gemeinschaftsschule Probstei (GSP) konnten in der vergangenen Woche ihre Federtaschen, Schulbücher und Turnbeutel zu Hause lassen. Für sie stand im Rahmen des landesweit beispielhaften und anerkannten GSP-Berufsorientierungskonzepts der Werkstattunterricht auf dem Stundenplan. Fünf Tage lang wurde da in der Schule in vier Berufsfeldern gegärtnert, getischlert, gepflegt und gekocht. Mit großem Erfolg: Die Schüler haben einen intensiven Einblick in das Berufsleben erhalten. „Nun wissen wir auch, warum es sich lohnt zu lernen und einen guten Abschluss zu machen“, lautete das Fazit. 

 

„An unserer Schule macht nicht jedes Kind ein Abitur, bei aller Freude über den Zuschlag für den Aufbau einer Oberstufe. Traditionell ist daher auch die Berufsorientierung für die Zeit nach dem ersten und mittleren Schulabschluss ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit. Ein wichtiger Baustein ist da unsere Flexklasse, die eine flexible Ausgangsphase hat und in der die Schüler ein Jahr länger Zeit haben, den ersten Bildungsabschluss zu erlangen. Sie arbeitet mit Herrn Sell und Frau Dibbern seit vielen Jahren überaus erfolgreich. Auch wegen der Teilnahme am Werkstattunterricht“, sagt GSP-Schulleiter Wolfgang Wittmaack.

Den Werkstattunterricht hat auch in diesem Jahr federführend GSP-Lehrerin Maike Wuttke, Fachleiterin für die Berufsorientierung an der Schule, zusammen mit Diplom-Pädagogin Nadine Dibbern, die für alle Schulprojekte des Kreises im Jugendaufbauwerk (JAW) Plön-Koppelsberg verantwortlich zeichnet, organisiert. 

Jeden Tag bereitete da zum Beispiel eine kleine Gruppe von Schülern in der Schulküche unter Anleitung von Olaf Heider, Restaurantfachmann und Honorarkraft im JAW, für gut dreißig Personen ein schmackhaftes Mittagessen vor. Auf dem Speiseplan standen unter anderem Kartoffelsuppe, Rübenmus und Schnitzel. Das fachgerechte Eindecken des Speiseraums mit Besteck, Gläsern, Tellern und kunstvoll gefalteten Servietten und der Abwasch standen natürlich auch auf dem Lehrplan.

Derweil unterrichtete Holger Roggenbock (74), ebenfalls Honorarkraft im JAW, seine Schüler in den Künsten der Pflaster- und Gartenarbeiten. Gartenpflege, Anpflanzungen und das Binden von Adventskränzen standen da im Fokus. Sogar ein kleiner Weg auf dem Schulhof wurde gepflastert und ein Beet mit heimischen Sträuchern, die am ersten Tag sachgerecht eingeschlagen wurden, konnte in der Woche angelegt werden.

Im kleinen Werkraum der Förderschulgebäudes sitzt Flexschülerin Lena Riebe an der Dekupiersäge und sägt konzentriert einen Elch aus Sperrholz. Mit kleinen Tipps von Bootsbauer und Erzieher Christoph Reder (54) vom JAW gelingt fast ein kleines Gesellenstück. Das hat Benita Schmid schon fertig. Sie hat einen hübschen Hocker für einen Blumentopf getischlert und benetzt diesen fachgereicht mit Leinöl. „Die Ergebnisse der Übungsstücke sind ausgezeichnet und ohne Übertreibung auf dem Niveau des ersten Lehrjahres der Tischlerausbildung“, sagt Christoph Reder.

Das vierte Berufsbild, in dem es um die Berufe der Gesundheits- und Krankenpflege geht, leitet Dennis Schlüter, Krankenpfleger und Heilpädagoge. „Sechzig bis achtzig Auszubildende werden allein an der Uni in Kiel Jahr für Jahr eingestellt. Einen Platz zu bekommen, ist gar nicht so schwer“, erklärt der Referent den Schülern und arbeitet dann auch überwiegend praktisch mit seiner Gruppe. Hygiene, Körperpflege, Vitalzeichen messen und viele Selbstversuche stehen da auf dem spannenden Lehrplan.

„Die außerschulischen Experten kommen bei den Jugendlichen gut an. Sie sind auf ihrem Gebiet Fachkräfte und gleichzeitig Pädagogen. Und die Schüler lernen Berufe in ihrer gewohnten Umgebung kennen. Dad genießen sie sehr und am Ende erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat für die demnächst anstehenden Bewerbungen“, sagt Projektleiterin Nadine Dibbern.

In allen vier Berufsfeldern schwärmen die Lehrer und Ausbilder übrigens von ihren Schönberger Schülern: „Die Schüler waren sehr motiviert, arbeiteten sehr selbständig, waren teamfähig, fleißig und hielten sich an Regeln. Das kennen wir leider an anderen Schulen auch anders. Die Woche war auf allen Ebenen ein toller Erfolg.“ Das Kompliment gaben dann auch die Schüler zurück. „So könnte Schule immer sein, war richtig cool“. Bis dann aber endgültig soweit ist, dass die Schüler nach der Abschlussprüfung ins Berufsleben entlassen werden, müssen sie noch einige Monate die Federtasche, Schulbücher und Turnbeutel mit in die Schule bringen. Nach der Woche mit dem Werkstattunterricht wissen sie noch besser, warum und wofür. (Lü)

 

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