GSP-Schüler bauen ihr eigenes Drachenboot

Eigenes Drachenboot entworfen und gebaut. GSP in Schönberg feiert ein Meisterwerk des schulischen Bootsbaus.

Seit nunmehr fast einem halben Jahr verwandelt Schönbergs Sport- und Techniklehrer Bernd Unstaedt die Werk- und Kunsträume seiner Gemeinschaftsschule Probstei (GSP) mit Schülern der achten bis zehnten Klassen in kleine Werfthallen. Der Grund: In einem „Wahnsinnsprojekt“ baut der positiv verrückte Schönberger Pädagoge mit seinen Schülern ein eigenes neun Meter langes GSP-Drachenboot aus Holz. Bei einem ersten Stapellauf im Trockendock wurde das beeindruckende vorläufige Ergebnis am vergangenen Donnerstag der Schulöffentlichkeit vorgestellt. Mit an Deck: Michael Warnecke von der Schönberger Agentur der Provinzial-Versicherungen, der die hochwertigen und dringend benötigten Schwimmwesten sponsert.

Weit über 60 Schüler und Lehrkräfte sind in das Drachenbootprojekt involviert. Es ist ein nie da gewesenes Gemeinschaftswerk der Fachschaften Technik, Textil, Kunst und Sport. Der beeindruckende Drachenkopf wurde von GSP-Kunstlehrerin Maike Pfeiffer mit Schülern im Kunstunterricht gestaltet und die GSP-Techniklehrkräfte Sabine Zeis und Niklas von Glahn unterstützen das Projekt mit ihren handwerklichen Fähigkeiten beim Boots- und Paddelbau. Ziel ist die Teilnahme der Schüler und Lehrkräfte an den verschiedenen landesweit anerkannten Drachenbootregatten.

Alle Fäden des Großprojekts hält GSP-Lehrer Bernd Unstaedt, der parallel zum Studium noch eine Lehre zum Tischlergesellen mit Ausbilder-Qualifikation absolviert hat, geschickt und kompetent zusammen. „Seit meiner Kindheit beschäftige ich mich mit tuchbezogenen Booten. Ich weiß, dass das Prinzip funktioniert, aber die schiere Größe flößt mir Respekt ein. Ich danke allen Teilnehmern des Vorhabens für die beispielhafte Zusammenarbeit und das Vertrauen.“

Neun Meter lang ist das GSP-Drachenboot, 1,15 Meter breit und gut einen halben Meter hoch. Zehn Paddler, ein Trommler und ein Steuermann finden Platz im sportlichen Junior-Drachen-Racingboot.

Während Drachenboote in den  „richtigen“ Werften aus Glasfaser verstärktem Kunststoff hergestellt werden, wurde das GSP-Drachenboot als ein mit Segeltuch bespanntem Holzgerüst konzipiert. Die Bauweise fußt auf Erfahrungen mit dem Bau traditioneller Eskimokajaks und den traditionellen irischen Fischerbooten, den Curraghs. Die tragenden Teile befinden sich auf der Höhe der Sitzbänke. Daran werden die Spante angesetzt. Vorteil dieser Bauweise ist die Möglichkeit der Verwendung einfacher umweltverträglicher Materialien wie Holz und Segeltuch. Die Schüler lernen den Einsatz zahlreicher Handwerkzeuge der Holzbearbeitung wie Säge, Hobel, Schmiege, Streichmaß, Stecheisen und Bohrer.

Die langen lateral laufenden Leisten und Bretter wurden aus nordamerikanischem Nadelholz (100% astfreies Carolina Pine) gefertigt, die Sitzbänke aus Kiefer und die über 70 Spanten aus Esche. Jeder Spant hat sieben individuell angepasste Knicke, unter Verwendung von heißem Wasserdampf gebogen.

Für die Bespannung des Bootes wurde Segeltuch eingesetzt, das sonst zur Herstellung von Großzelten verwendet wird. Die leuchtend rote Oberfläche ist mit Wasser verdünnbarem Acryllack gestrichen, der nach dem Trocknen wasserfest und geruchsarm ist und eine leichte Elastizität behält. Parallel dazu wurden in den vergangenen Wochen 16 der Bootsklasse entsprechende Paddel aus wasserfest verleimten Hölzern angefertigt. Dazu wurden zunächst Rohlinge hergestellt, die dann mit Hobel, Raspel und Schleifpapier in die Endform gebracht wurden. Entstanden ist ein Meisterwerk des schulischen Bootsbaus.

In den kommenden Wochen nun soll das Boot in der Schwentine zu Wasser gelassen werden und auf seine Schwimmfähigkeit getestet werden. Dass der „richtige“ Stapellauf dann erfolgreich verlaufen wird, daran besteht kein Zweifel. „GSP-Schiff ahoi!“

„Dieses Projekt ist einzigartig und lohnt gefördert zu werden. Da sitzt die Provinzial-Versicherung gerne mit im Boot und sorgt mit den Schwimmwesten für die angemessene Sicherheit“, sagte Schönbergs Provinzial-Agenturinhaber Michael Warnecke.

Bedanken möchten sich die GSP-Bootsbauer neben der Provinzial-Versicherung bei den weiteren Unterstützern: Kanuabteilung des ETV Ellerbek, Holzwerkstatt der AWO Service GmbH Neumünster und Firma Holz-Dahlinger Schönkirchen. (Lü)

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